James Cook

Porträt von Nathaniel Dance, 1776, National Maritime Museum

Leben - Seine Geburt ist im Pfarrregister von St. Cuthbert in Yorkshire verzeichnet mit dem Eintrag „27. Oktober 1728. James, Sohn des Tagelöhners James Cook und seiner Frau Grace“. Er war eines von acht Kindern. Auf Kosten des Dienstherrn seines Vaters, Thomas Skottowe, konnte er die Dorfschule in Great Ayton besuchen. Hier erwarb er Kenntnisse in Lesen, Rechnen, Schreiben und der Arithmetik. Mit 17 Jahren wurde er auf Wunsch seines Vaters Lehrling in der Gemischtwarenhandlung des Quäkers John Walker, der für ihn eine Art Ziehvater wurde. Die Quäkerkontakte brachten ihn mit der Seefahrt in Kontakt, er selbst wurde aber nicht Quäker.

Der Seemann - Cooks seemännische Laufbahn begann mit 18 Jahren auf Kohletransportschiffen zwischen Newcastle upon Tyne und London, die in Whitby beheimatet waren. Seine Fähigkeiten brachten ihn zwar gut voran, er wechselte aber Mitte 1754 unter finanziellen Einbußen zur Royal Navy, bei der er zunächst als Matrose auf der HMS Eagle anheuern musste. Nur der Dienst für die Krone ermöglichte die Aussicht auf einen erheblichen sozialen Aufstieg.

Der Seeoffizier - Cook bekam sein erstes kleines Kommando am 5. April 1756 und bestand 1757 die Prüfung zum Master (eigenverantwortlichen Schiffsführer, entsprach dem Steuermann). Zwischen 1755 und 1758 hatte er als Oberbootsmann auf der HMS Eagle unter Hugh Palliser gedient. Sein überragendes Talent als Kartograf offenbarte sich ab 1758 bei der Erkundung und Vermessung vor allem des Sankt-Lorenz-Stromes, neufundländischer Gewässer und anderer Teile der Ostküste Kanadas während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763). Seine präzisen Karten verhalfen den britischen Truppen unter General James Wolfe im September 1759 zum entscheidenden Sieg über die Franzosen bei Québec. Von 1764 bis zum Ende des Jahres 1767 hatte er für seine Vermessungsarbeit durch die Vermittlung von Sir Palliser, inzwischen zum Gouverneur von Neufundland ernannt, das Kommando über den kleinen Schoner Grenville erhalten, den er auch mehrmals und schnell über den Atlantik segelte, was seine Qualitäten als Seemann bewies. Während der Winterzeit war er im Auftrag der Admiralität in England mit dem Erarbeiten von Seekarten und Segelhandbüchern anhand seiner Messdaten vom Sommer befasst. Sein Ruf als Schiffsführer und Kartograf brachte dem am 25. Mai 1768 zum Leutnant ernannten Seemann die Berufung zur berühmten Pazifikreise ein, die ihm von mancher Seite geneidet wurde, beispielsweise von Alexander Dalrymple, dem späteren ersten Hydrografen der Admiralität.

Südseereisen - Cook unternahm drei Südseereisen.

Erste Südseereise (1768–1771) - Diese Expedition wurde auf Empfehlung der Royal Society unternommen, um im Rahmen eines international angelegten Großprojekts den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe (Venustransit vom 3. Juni 1769) auf Tahiti zu beobachten. Diese astronomischen Vermessungen hatten die Bestimmung der Entfernung Erde-Sonne und damit - auf der Grundlage des dritten Keplerschen Gesetzes - die Berechnung der Abstände aller anderen Planeten im Sonnensystem zum Ziel. Cooks Aufgabe war vor allem, eine Anzahl von Wissenschaftlern (darunter den Astronomen Charles Green) samt ihrer Instrumente sicher nach Tahiti und zurück zu bringen. Er brauchte dafür ein geräumiges Schiff mit geringem Tiefgang. Die Admiralität erwarb den 340 t schweren Kohletransporter Earl of Pembroke, der umgebaut wurde und den Namen Endeavour erhielt. Das Schiff stach mit seiner Besatzung am 26. August 1768 in See. Darüber hinaus erhielt James Cook mit einer geheimen Order, die er aber erst hatte öffnen dürfen, nachdem der erste Teil seiner Reise, die Beobachtung des Venustransits erfüllt war, den Auftrag, den Ozean südlich des 40. südlichen Breitengrades zu erforschen und einen von Kartografen postulierten riesigen „Südkontinent“/Großes Südland, die Terra Australis incognita, zu finden, von dem man annahm, dass es ihn deswegen geben müsse, um das Gewicht der Landmassen auf der Nordhalbkugel mit seinem Gegengewicht irgendwie auszugleichen. Zudem war die von Spanien geheim gehaltene Existenz der Torresstraße zwar der Admiralität bekannt, jedoch noch von keinem ihrer Schiffe bestätigt worden. Auf eigene Kosten (in ähnlicher Höhe, wie die Krone in die Expedition investierte) nahm auch der 25-jährige Naturforscher Joseph Banks an dieser Expedition teil, vor allem, um botanische Sammlungen anzulegen. Er hatte dafür einen Stab von zehn Personen organisiert, darunter den schwedischen Botaniker Daniel Solander, wie Banks Mitglied der Royal Society, und 39 Jahre alt. Nach dreiwöchigem Zwischenaufenthalt in Rio de Janeiro, wo das Schiff gründlich überholt wurde, lief Cook Anfang Dezember wieder aus und traf Anfang Januar 1769 in der Bay of Good Success, Le-Maire-Straße, Feuerland ein. Ende Januar hatte er mit Glück Kap Hoorn umrundet und stand am 60. Breitengrad, dem südlichsten Punkt dieser Reise. Mitte April war Tahiti erreicht, die HMS Endeavour lag in der Matavai-Bucht, und man begann, Fort Venus aufzubauen. Anfang Mai war auch das Observatorium einsatzbereit, und man widmete sich der Erkundung Tahitis. Nach den erfolgreichen Beobachtungen (im letzten Moment musste Cook ein gestohlenes Instrument wiederfinden) verließ er Tahiti Mitte Juli zusammen mit Tupaia, seinem einheimischen Führer. Er kreuzte zwischen Tetiaroa, Moorea, Huahine, Bora Bora, Raiatea und verließ Mitte August die Gesellschaftsinseln mit Südkurs. Anfang Oktober sichtete Cook auf der Suche nach einem Land, das der Niederländer Abel Tasman über 100 Jahre zuvor mit kaum mehr als ein paar Federstrichen auf einer Seekarte eingezeichnet hatte, Neuseeland, das er in 6-monatiger Arbeit ausgiebig kartografierte. Er entdeckte dabei die Cookstraße und wies Neuseeland als Doppelinsel aus. Nachdem die Besatzung der Endeavour am 29. April 1770 in der wegen der äußerst zahlreich vorgefundenen neuen Pflanzen so benannten Botany Bay als erste Europäer die Ostküste Neu-Hollands (wie Australien nach seinen Entdeckern damals hieß) betreten hatte, segelte er acht Tage später 3.200 km nordwärts entlang der Küstenlinie, weiterhin kartografische Informationen sammelnd. Am 11. Juni lief die HMS Endeavour am Cape Tribulation auf das Great Barrier Reef auf und wäre beinahe verlorengegangen. Nach Reparaturarbeiten seiner Schiffzimmerleute, die insgesamt sechs Wochen beanspruchten und in deren Zeit Banks riesige Hasen beobachtete, die von den Eingeborenen Känguruhs genannt wurden, konnte er die Fahrt fortsetzen, fand Mitte August die Cook-Passage durch das Great Barrier Reef und konnte endlich frei nach Norden segeln. Eine Woche später landete er wieder und benannte das Land New South Wales, bevor er durch die Endeavour-Straße (den südlichsten Teil der Torres-Straße) westwärts segeln und so feststellen konnte, dass Neuholland und Neuguinea voneinander getrennt waren, woraufhin er die Ostküste Neuhollands für England in Besitz nahm. Am 10. Oktober erreichte er Batavia, damals Niederländisch-Indien, wo er das Schiff drei Wochen lang gründlich überholen ließ. Während dieser Zeit fielen sieben seiner Männer Durchfallerkrankungen zum Opfer und viele weitere, darunter der Astronom Green, starben auf der Weiterfahrt, bevor die HMS Endeavour ab Mitte März 1771 einen einmonatigen Aufenthalt bei Kapstadt einlegen konnte, wo sie wiederum ausgebessert wurde. Am 13. Juli 1771 setzte Cook nach dreijähriger Expeditionsreise erstmals wieder den Fuß auf Englands Boden, und am 16. machte die HMS Endeavour in Woolwich fest. Am 14. August stellte der Erste Lord der Admiralität Earl of Sandwich ihn König Georg III. vor, der ihn persönlich zum Commander (entsprach dem heutigen Rang eines Fregattenkapitäns) ernannte.

Zweite Südseereise (1772–1775) - Mangels „literarischer Qualität“ wurden nach Cooks Rückkehr seine Aufzeichnungen nicht veröffentlicht. Dies geschah erst 1863. Stattdessen wurde die Version des Romanautors und Librettisten John Hawkesworth publiziert, der zwar Cooks und Banks’ Tagebücher nutzte, aber grobe Ungenauigkeiten und einfältige Anschauungen einbrachte. Dalrymple, der soeben in einem zweibändigen Werk die Terra Australis logisch bewiesen zu haben glaubte, kritisierte Cook auf Grund von Hawkesworths Veröffentlichung und verlegte den von ihm postulierten Südkontinent in Gebiete, „die Cook ungenügend erforscht“ habe. Der Admiralität kam angesichts des von Cook gelieferten hochwertigen Kartenmaterials die „wissenschaftliche“ Forderung nach einer weiteren Expedition nicht ungelegen, und während Dalrymple weiter an seiner Kritik an Cook festhielt, wurden zwei neuwertige Schiffe gefunden, ausgebaut und umbenannt in Resolution und Adventure. Dabei handelte es sich erneut um Frachter aus Whitby. Das Schiff seiner ersten Reise, die Endeavour, war hingegen nicht mehr zu gebrauchen. Joseph Banks wollte wieder teilnehmen, verlangte aber für sein Team und die beabsichtigten Sammlungen so umfangreiche Umbauten, dass er letztlich abgewiesen wurde, nachdem die durch die erhöhten Aufbauten verminderte Seetüchtigkeit der Resolution auf einer Probefahrt zutage kam. An seiner Stelle begleiteten der Preuße Johann Reinhold Forster und sein Sohn Georg die Expedition. Darüber hinaus war der klassizistische Maler William Hodges dabei und zwei Astronomen (auf jedem Schiff einer), die sich um die Kontrolle der neuen time keeper zu kümmern hatten. Da Cooks Maßnahmen gegen Skorbut erfolgreich gewesen waren, wurde auf diesem Weg weiter experimentiert: Neben Malz und Sauerkraut führte man jetzt auch eingesalzenen Kohl, Karottengelee und Bierkondensat mit. Die Reise begann am 13. Juli 1772 in Plymouth. Cook nahm über Kapstadt, wo er ab Ende Oktober einen dreiwöchigen Aufenthalt einlegte, Kurs auf Kap Circumcision auf ca. 54° Süd. Dieses war dreißig Jahre zuvor von Charles Bouvet entdeckt worden, der es irrtümlicherweise für ein Vorgebirge der Terra Australis gehalten hatte. Am 51. Breitengrad traf man zum ersten Mal auf Eisberge. Am dritten Januar 1773 stand man etwa fünf Grad südlicher als das von Bouvet entdeckte Festland. Da Cook die Bouvetinsel nicht zu Gesicht bekam, nahm er an, Bouvet habe einen Eisberg fälschlich für Festland gehalten. Am 17. Januar überquerte die Expedition als erste den südlichen Polarkreis (66° 30' S) und steuerte dann wieder in Richtung Nordost. Am 9. Februar, in der Nähe der Kerguelen, ging in dichtem Nebel der Kontakt zur HMS Adventure verloren. Da für einen solchen Fall ein Treffpunkt in Neuseeland vereinbart war, setzte Cook seine Fahrt fort, nachdem die Resolution einen Nachmittag lang erfolglos Kanonenschüsse abgegeben hatte, und steuerte sogar noch weiter südwärts. Er erreichte am 24. Februar 61° 52' S, musste dann weiter nordwärts halten und traf am 27. März nach 117 (nach Cooks Aufzeichnungen; von J. C. Beaglehole * nachgerechnet 122) Tagen auf See auf die Südspitze Neuseelands, wo er im Duskysund seinen Leuten zwei Wochen gönnte und das Schiff überholen ließ. Er hatte im Zickzack den Bereich um den 60. Breitengrad abgesegelt, ohne auf einen Kontinent zu stoßen. Damit war Dalrymples Auffassung widerlegt. Als Cook am 18. Mai den Treffpunkt im Königin-Charlotte-Sund aufsuchte, an dem die HMS Adventure schon seit sechs Wochen wartete, waren bei Cook ein ernster und drei leichte Fälle von Skorbut aufgetreten, auf der HMS Adventure hingegen zwanzig schwere Fälle. Ihr Kommandant hatte die Diätvorschriften nicht allzu ernst genommen. Man setzte mitgebrachte Ziegen aus und pflanzte Kartoffeln und Rüben. Da der Südwinter näherrückte, bewegte Cook sich danach auf die Tropen zu. Am 2. August stand er nahe der von Carteret angegebenen Position Pitcairns, doch dort lag die Insel mit Sicherheit nicht. Auf der HMS Adventure waren wieder zwanzig Fälle von Skorbut aufgetreten. Cook setzte Kurs auf Tahiti ab, wo er am 17. August eintraf. Anfang September segelte er weiter und traf Anfang Oktober bei den Tongainseln ein, wo er sehr freundlich bewirtet wurde, was ihn zur Bezeichnung Freundschaftsinseln veranlasste. Wie heute bekannt ist, verdankte er es nur einem Zufall, dass seine Gruppe in der Nacht nach einer der freundlichen Bewirtungen nicht niedergemetzelt wurde. Ihren Plan führten die Insulaner nur wegen Streitigkeiten untereinander im letzten Moment nicht aus. Er wandte sich wieder Richtung Neuseeland, das er am 21. September sichtete. Am 30. September verlor er in schwerem Wetter den Kontakt zur HMS Adventure und fuhr die Küste entlang weiter. Am 25. November hinterließ er am vereinbarten Ort in einer Flasche eine Nachricht für die HMS Adventure, in der er seine beabsichtigte Route angab. Dann wandte er sich nach Süden und überschritt den 67. Breitengrad, bevor er am 24. Dezember 1773 wegen des Eises wieder Kurs Nord befahl. Am 11. Januar 1774 steuerte er wieder südwärts, zum Entsetzen der Mannschaft, die sich bereits auf der Heimreise gewähnt hatte. Am 30. Januar erreichte er den südlichsten Punkt der Reise, 71° 10' S, 106° 54' W, und beendete den Vorstoß im Wissen, dass auch dort kein größeres Land sein könne. Erst James Weddell sollte 1823 weiter nach Süden kommen: auf 74° 15' S. Cook lief nun nordwärts, suchte erfolglos den 1563 als „Kontinent“ bezeichneten Juan-Fernández-Archipel und erkrankte selbst an einer Gallenkolik. Forster willigte ein, seinen Lieblingshund schlachten und zubereiten zu lassen, um den Kapitän zu kurieren – mit Erfolg (23. Februar). Cook erreichte am 11. März die Osterinsel, notierte dort Trinkwasser „so schlecht, kaum wert, an Bord gebracht zu werden“, und segelte durch die Tuamotus und Melanesien nochmals nach Tahiti (22. April), den Neuen Hebriden und nochmals Neuseeland, wobei er noch Neukaledonien entdeckte. Nach der HMS Adventure befragt, wichen die neuseeländischen Maori aus. Später stellte sich heraus, dass ein Landungsboot mit elf Männern angegriffen, die Männer getötet und möglicherweise verzehrt worden waren. Die HMS Adventure hatte Ende 1773 Neuseeland verlassen und war im Juli 1774 um Kap Hoorn segelnd in England angelangt. Sie hatte damit als erste die Erde auf östlichem Kurs umsegelt. Die Resolution stach am 10. November in See, passierte das Hoorn, suchte noch den Südatlantik ab und entdeckte für England die öden Inseln Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln. Von Kapstadt richtete die Resolution den Kurs auf St. Helena und Ascension, suchte nach der imaginären „Matthäus-Insel“, die in portugiesischen Karten des 15. Jahrhunderts eingezeichnet war, und stand so nahe an Brasilien, dass Cook sich entschied, noch die Position von Fernando de Noronha zu bestimmen. Über die Azoren kehrte man am 30. Juli 1775 nach England zurück. Von den 112 Mann Besatzung waren unterwegs nur vier gestorben (zwei durch Unfälle, einer durch Alkoholvergiftung, ein Selbstmord), keiner davon an Skorbut. Während der Expedition gesammelte völkerkundliche Objekte aus der Südsee wurden auf Museen Europas verteilt; ein großer Teil davon gelangte in die Cook/Forster-Sammlung des Völkerkundlichen Museums Göttingen.

James Cook gemalt von John Webber (1776). Dritte Südseereise (1776–1779/1780) - Nach der zweiten Reise war Cook berühmt, hatte einen sicheren, gut bezahlten Posten im Greenwich Hospital (Heim für mittellose Marineveteranen) und war in Anerkennung seiner Maßnahmen gegen Skorbut in die Royal Society berufen worden. „Die Resolution ist in ausgezeichnetem Zustand und wird bald ihre nächste Reise antreten – ohne mich…“ schrieb er nach Whitby. Geplanter Reisegrund war die Nordwestpassage. Da Frachten aus dem fernen Osten stark zugenommen hatten, war eine kürzere und in Kriegszeiten sicherere Route im Norden nicht nur Konversationsthema. Dass der Däne Bering schon 1728 dort gesucht hatte, war bekannt, wenngleich ohne Details. Niemand hätte Cook eine weitere derartige Belastung zugemutet: Er selbst bot sich an und durfte erwarten, nicht abgelehnt zu werden. Der Vorzeige-Polynesier Omai, der edle Wilde der Londoner Gesellschaft, der auf der zweiten Reise aus Huahine mitgekommen war, sollte auf dieser Reise wieder in seine Heimat zurückgebracht werden. Mit dabei waren auf dieser Reise beispielsweise der Maler John Webber, George Vancouver und Heinrich Zimmermann, der seine Reiseerinnerungen als Heinrich Zimmermanns von Wissloch in der Pfalz, Reise um die Welt, mit Capitain Cook veröffentlichte. Cooks Sailing Master der Resolution war William Bligh. Cooks Entdeckungsreisen hatten mittlerweile auch internationale Beachtung gefunden. 1776 waren die Marineoffiziere Frankreichs, Spaniens und der Vereinigten Staaten von ihren jeweiligen Regierungen angewiesen worden, Kapitän Cook auch dann ungeschoren zu lassen, wenn man sich gerade im Krieg mit England befand. Darüber hinaus sollte man ihn mit größtmöglichem Respekt behandeln, so als wäre er ein Zivilist, da schlussendlich alle Länder von den Entdeckungen Cooks in Form von Seekarten profitierten. Am 12. Juli setzte Cook in Plymouth Segel, um zunächst über Teneriffa nach Kapstadt zu fahren. Dort stieß im November das zweite Schiff, die HMS Discovery unter Lt. Charles Clerke, zur Expedition. Erste Vermessungsarbeiten machte Cook Ende Dezember etwa eine Woche lang auf den Kerguelen, die ihr Entdecker 1773 ebenfalls noch für einen Teil des Südkontinents gehalten und France Australe genannt hatte. Cook nannte sie Armutsinseln, bevor er sich in Richtung Neuseeland wandte. Ende Januar traf er in der Adventure Bay von Tasmanien ein, wo die Kontakte zu den Einheimischen durch Omai beeinträchtigt wurden, der ihre Annäherungsversuche missdeutete und seine Waffe abfeuerte. Nach Entdeckung einiger der südlichen Cookinseln waren die Schiffe im Februar im Königin-Charlotte-Sund, wo sie knapp zwei Wochen lang instand gesetzt wurden. Ende April war er in Nomuka („Anamoka“), wo schon Tasman sich verproviantiert hatte. Von dort segelte er weiter nach Tongatapu, wo er festlich empfangen und bewirtet wurde und am 5. Juli eine Sonnenfinsternis beobachtete. Die Tongainseln durchkreuzend, setzte er nach einem Besuch auf ʻEua Kurs auf die Gesellschaftsinseln, wo er Tubuai, Tahiti und im August und September systematisch andere Inseln besuchte. Am 12. Oktober wurde Omai, in Rüstung und zu Pferd, mit Pomp auf seine Heimatinsel Huahine gebracht, wo dann ein Haus für ihn gebaut wurde. Omais Abschied von Cook war tränenreich, und Cook brachte düstere Ahnungen über Omais Zukunft zu Papier: „… Omai war umso geachteter, je weiter er von seinem Heimatland fort war …“. Omai missachtete auch Cooks Rat, die Mächtigen durch Gastgeschenke zu umschmeicheln, die ihm in großen Mengen mitgegeben worden waren, und machte sich noch während Cooks Aufenthalts „jeden Mann von einiger Bedeutung zum Feind“. Cook entdeckte am 24. Dezember Kiritimati und beobachtete am 30. Dezember eine weitere Sonnenfinsternis auf Eclipse Island. Am 18. Januar 1778 tauchten hohe Inseln am Horizont auf und am 20. Januar erfolgte die Landung auf Kauaʻi.[5] Mit Erstaunen stellten die Seefahrer während des folgenden zehntägigen Aufenthalts die Kultur- und Sprachverwandtschaft zum weit entfernten Tahiti fest. Bevor er nach Nordosten absegelte, um das 1579 von Francis Drake gefundene Nova Albion (Kalifornien) zu erforschen, benannte Cook die Inselgruppe nach dem Ersten Lord der Admiralität Sandwich-Inseln (heute Hawaiʻi-Inseln, nicht zu verwechseln mit den Südlichen Sandwichinseln im Südatlantik). Es sollte Cooks letzte große Entdeckung gewesen sein. Anfang März stand er vor der Küste Oregons, und Ende März legte er im Resolution Cove, Hope Bay (Nootka-Sund) einen einmonatigen Landaufenthalt ein, um die Schiffe zu überholen. Er nannte ihn „König-George-Sund“, benannte eine Insel nach Bligh und eine Halbinsel nach Clerke. Dann bewegte sich die Expedition der Küste entlang nordwärts, durchquerte die Aleuten, stieß in die Beringstraße vor, bis sie auf 70° 44' N am Packeis scheiterte. Auf Westkurs erreichte Cook danach Asien und gelangte bis Kap Deschnjow, den östlichsten Punkt der sibirischen Küste, bevor er wieder in die Aleuten zurückkehrte. Auf Unalaska traf er russische Pelzhändler, konnte Kartenmaterial der Aleuten und der Halbinsel Kamtschatka kopieren und erhielt von einem Geschäftsmann namens Ismailow ein Empfehlungsschreiben an den Gouverneur von Kamtschatka und Petropawlowsk. Über Ismailow sandte er Post an die britische Admiralität. Als ihn der Winter aus den hohen Breiten vertrieb, nahm Cook am 26. Oktober 1778 wieder Kurs auf die Sandwichinseln (Hawaiʻi), wo er Ende Dezember in der Kealakekua-Bucht anlangte, zum Zeitpunkt eines Festes zu Ehren des Gottes Lono. Das sonst über die Bucht verhängte kapu war für die Dauer des Festes aufgehoben. Ob er für den Gott selbst gehalten wurde, ist ein langjähriges Streitthema. Fest steht, dass seine Mannschaft durch ihr Verhalten die Einheimischen bald eines anderen belehrte. Spätestens als ein verstorbener Matrose an einem Platz beerdigt wurde, der nur Häuptlingen zustand, muss sich die Einstellung der Hawaiier gegen ihre Gäste gewendet haben. Da Cook zwei Tage später, am 4. Februar 1779, aufbrach, kam es nicht mehr zu Tätlichkeiten. Als er jedoch am 11. Februar wieder zurückkehrte, um einen im Sturm beschädigten Mast der Resolution zu ersetzen, waren die Beziehungen ruiniert. Es kam zu mehreren Diebstählen, und den Versuch, den König dafür als Geisel zu nehmen, bezahlte Cook am 14. Februar 1779 mit seinem Leben. Cook wurde am Strand aufgehalten und von einer großen Menge bedrängt. Nachdem ein erster Schrotschuss, den er aus seiner doppelläufigen Flinte abgegeben hatte, keine Wirkung zeigte, weil er im Schild eines Angreifers steckengeblieben war, gab er als zweiten Schuss eine Kugel ab und tötete damit einen anderen. Während er sich umdrehte, um Befehle zu erteilen, wurde er von hinten niedergestochen, fiel mit dem Gesicht ins Wasser, wurde herausgezerrt und niedergemetzelt. Vier Marineinfanteristen und einige Hawaiier ließen bei diesem Ereignis ebenfalls ihr Leben. Nach dem Vorfall übernahm Leutnant Charles Clerke das Kommando der Expedition und der Resolution, die Discovery übergab er seinem Leutnant Gore. Clerke war klug genug, von Repressalien Abstand zu nehmen, und erhielt über Vermittlung des Priesters und eines Sohnes des Königs wenigstens einige Körperteile Cooks und der Seesoldaten ausgehändigt, was bis zum 20. Februar dauerte – die Leichname waren zerstückelt und an verschiedene Familien verteilt, teilweise auch verbrannt worden, was jedoch bei den Hawaiiern als Tradition galt, um einen Häuptling nach seinem Tod zu ehren und zu bestatten. Identifiziert wurde Cook an einer Jahre zuvor in Neuseeland entstandenen Brandwunde der rechten Hand. Am 21. Februar wurde für ihn in der Bucht eine Seebestattung abgehalten, und am nächsten Tag brachen die Schiffe auf. Sie segelten nordwärts nach Petropawlowsk, wo sie von den Russen freundlich aufgenommen wurden. Die Nachricht von Cooks Tod erreichte England auf dem Landweg ein halbes Jahr vor der Heimkehr der Schiffe. Lt. Clerke versuchte, den Auftrag weiterzuführen, scheiterte aber auf 70° 33' N am Packeis, das noch stärker schien als im Vorjahr. Als sein Schiff nach Petropawlowsk zurückkehrte, war der 38-Jährige bereits gestorben. Der in Virginia geborene Lt. John Gore, der auch Cooks erste Pazifikreise mitgemacht hatte, führte die Expedition nach England zurück, wo sie am 6. Oktober 1780 eintraf.

Charakter - Cook wird als ruhiger und sehr gewissenhafter Mann beschrieben. Er meldete sich freiwillig für die königliche Flotte, die in einem sehr schlechten Ruf stand, um seinem Vaterland zu dienen. Er fühlte sich seinen Auftraggebern sehr verpflichtet. Doch wie man an seinen Bemühungen sieht, den Ausbruch der auf Seereisen zu jener Zeit praktisch allgegenwärtigen Krankheit Skorbut in seinen Mannschaften zu vermeiden, stand für Cook das Wohlergehen aller Beteiligten an vorderster Stelle. Cook beharrte damals auf Nahrungsmitteln wie Karottengelee oder eingezuckerten Zitronen, die er gegen die Vitaminmangelerkrankung Skorbut einsetzen wollte, aber von der Regierung als zu teuer befunden und zum großen Teil auch von den Seeleuten abgelehnt wurden. Doch schließlich konnte Cook sich durchsetzen. James Cook hielt sich auch später als Kapitän nie für etwas Besseres als die einfachen Matrosen. Wenn das Schiff mit einem starken Sturm kämpfte, stand Cook an Deck und packte überall mit an. Als auf seiner ersten Expedition das Fieber einen Großteil seiner Mannschaft (und teilweise auch ihn selbst) heimsuchte, sprach er mit all den Kranken und hatte für jeden ein tröstendes und aufmunterndes Wort. Dass auf dieser ersten Fahrt 38 Menschen ihr Leben lassen mussten, nahm ihn sehr mit, und es zeigte sich, dass er es auf seinen künftigen Expeditionen verstand, die Zahl der Verstorbenen erheblich zu senken. Auf der zweiten Fahrt waren nur noch vier Tote zu beklagen, eine bemerkenswert geringe Anzahl für eine derartig lange Reise zu jener Zeit. Diese Erfahrungen Cooks haben trotz vieler Widerstände innerhalb der Royal Navy später dazu geführt, dass die Besatzungen der englischen Kriegs- und Handelsmarine zu einer entsprechenden Vitamin-C-haltigen Diät verpflichtet wurden. Aus diesem Umstand leitet sich auch der heute noch gebräuchliche seemännische Ausdruck „Limey“ („Zitronenfresser“) für englische Seeleute ab.